Berufsinfo BIZ
Berufsbild
Graphologe / Graphologin
erstellt durch das BIZ,
Berufsinformationszentrum
der Stadt Zürich
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Was ist Graphologie?
Handschrift ist ein Selbstausdruck des Menschen und so unverwechselbar wie ein Fingerabdruck. Wie Mimik und Gestik ist Handschrift Ausdrucksform und Körpersprache auf feinmotorischer Ebene.
Die Methodik der modernen Graphologie bezieht sich nicht mehr auf die sog. ‚signes fixes’ nach Michon, sondern auf die Gestalttheorie und die Erfassung von ‚Antriebs- und Formgestalten’ nach H. Knobloch. Ausserdem kommen differenzierte Persönlichkeitsmodelle und Tiefenpsychologie zum Einsatz. Graphologie ist demnach kein Test, sondern ein persönlichkeitsdiagnostisches Verfahren, das ein strukturiertes Gesamtbild der Persönlichkeit darstellen kann.
Im Gegensatz zu computergestützten Tests zur Personalauswahl, die ausnehmend auf der Selbsteinschätzung basieren, ist die Graphologie eine persönlichkeitsdiagnostische Methode der Fremdeinschätzung. Viele Untersuchungen haben gezeigt, wie weit Selbst- und Fremdbild auseinanderklaffen. Die Graphologie bietet daher ein wertvolles Instrument der Personalauswahl, das mit Vorteil mit anderen Selektionsmethoden kombiniert wird. Hauptwerkzeuge der Graphologie sind:
- Erfahrungswissen (Empirie)
- Interpretation (Hermeneutik)
- Zeichenlehre (Semiotik), Symbolik
- vergleichende Morphologie (Analogie)
Aber nicht nur bei der Personalselektion, sondern auch in unterschiedlichsten Situationen des Lebens, in der Berufsberatung, bei Partnerschaftsproblemen oder ganz allgemein bei wichtigen Entscheidungen kann Graphologie sinnvoll und wertschöpfend eingesetzt werden.

